Diversität im Historischen Fechten, DDHF AG Awareness & ComplianceMi, 08.07.2020

Um Kampfkunst an sich, Schwertkampf im speziellen, und daraus folgend auch dem Historischen Fechten ranken sich in der Öffentlichkeit einige Vorurteile. Eines davon, leider ob der Zahlen nicht ganz zu Unrecht, wäre immer noch, der Kampf mit Schwertern und ähnlichen „martialischen“ Waffen sei „Männersache“. Auch wenn mehr und mehr Frauen in den Vordergrund treten, durch Initiativen und Aktivitäten diverser Mitglieder der Szene Diversität auch jenseits des binären Schemas Relevanz erhält, ist ein großer Teil der Szene doch männlich.

Dies kann für interessierte Personen, die sich damit nicht identifizieren, sicherlich eine Hürde sein. Um so mehr, da der Sport ein sehr physischer Sport mit starkem Fokus auf Kontakt und dem notwendigen Vertrauen ist. Bei Zornhau arbeiten wir aktiv daran, diese Hürden zu senken, und eine entsprechend Atmosphäre zu schaffen und vernetzen uns dazu auch mit anderen Vereinen zum Austausch von Erfahrungen und praktischen Maßnahmen.

Nicht zuletzt ausgelöst durch einige öffentliche Debatten hat jetzt unser Dachverband, der DDHF, eine „AG Awareness & Compliance“ ins Leben gerufen, um solchen Vorfällen entgegen zu treten, ein sicheres Umfeld für alle Aktiven zu schaffen, und mit zwei neuen Vertrauenspersonen eine Anlaufstelle für all diejenigen zu schaffen, die Unterstützung suchen, sei es um ihren Verein dahingehend zu stärken, sei es aus persönlicher Betroffenheit.
Zornhau ist wie gesagt sowohl als Verein als auch vertreten durch einzelne Mitglieder bereits lange stark an Umsetzungen zu diesem Themas beteiligt, um so mehr freut es uns, das Maria Jerchel, die bei uns im Verein bereits Gleichstellungsbeauftragte ist und den Frauentag – Schwerttag mit organisiert, eine dieser Vertrauenspersonen ist.

Für Zornhau ist ganz klar, daß Historisches Fechten ein Sport für alle ist. Geschlecht, Herkunft, Religion, sexuelle Ausrichtung oder andere derartige der Person inhärente Eigenschaften dürfen kein Grund sein, daß Menschen aus unserer Gemeinschaft ausgeschlossen werden oder sich auch nur darin unsicher fühlen.
Nicht nur weil wir mit Waffen-ähnlichen Simulatoren in Kampfsituationen hantieren, ist es unabdingbar, daß sich jedes Mitglied zu jeder Zeit dem vollwertigen Respekt sicher sein kann.
Wir haben erfolgreich unsere Altersgrenzen erweitert, wir haben in gewissen Umfang geschafft, Menschen mit körperlichen und auch geistigen Einschränkungen den Zugang zu unserem Sport zu ermöglichen, solange eine Person dazu in der Lage ist, eine Trainingswaffe zu führen und andere zu respektieren, wollen wir sie willkommen heißen. Diskrimierung jeglicher Form mutet für uns da geradezu grotesk an.

Wir begrüßen daher sehr, daß der DDHF hier mit Anlaufstellen für Betroffene, der Hilfe zur Selbsthilfe und Vernetzung für Vereine, dem Dachverbandsgedanken Rechnung trägt.

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