Noble Science Germany – Die Geschichte der unbewaffneten Kampfkünste EuropasDi, 17.10.2017

Ein Zornhau-Event am 15. – 17. Dezember 2017

Noble Sciene GermanyWenn man die meisten Menschen auf waffenlose Kampfkünste anspricht, werden Systeme wie Kung Fu, Judo, Karate, Taekwondo, Aikido oder neueren Datums BJJ oder Krav Maga genannt. Und wenn man danach geht, scheint Europa nur Boxen und Ringen hervorgebracht zu haben, weit entfernt von der Diversität der asiatischen Künste. Vor über 5 Jahren hatte Martin Oz Austwick daher die Idee, und organisierte den ersten Noble Science in England. Dieser kleine Event findet zweimal jährlich statt und es werden immer wieder neue europäische waffenlose Kampfkünste präsentiert. Hieraus ergab sich dann die Idee, auch in Deutschland den Versuch zu starten, die waffenlosen Künste mehr aus ihrem Schattendasein zu heben und einen Rahmen zu bieten, sie etwas näher kennen zu lernen. Auch in anderen europäischen Länder sind Ableger des Originals geplant.

Der Event

Am Wochenende vom Freitag den 15.12.2017 bis Sonntag den 17.12.2017 veranstaltet Zornhau nun den ersten deutschen Ableger des Noble Science.
Ort ist das Jugendzentrum Ronneburg, das mit Sporthallen, Sportplatz, Schwimmbad, Sauna und Pavillons zur Übernachtung/Vollpension optimale Bedingungen bietet.
Die Teilnahmegebühr beträgt 110€ inklusive Unterbringung im Mehrbettzimmer/Vollpension.
Anmeldung bitte über das Formular am Ende der Seite.

Der genaue Zeitablauf wird noch erstellt, die darin befindlichen Themen allerdings können sich bereits sehen lassen: Pankration, Deutsches Ringen, Savate genovese, Pugilism, Backhold Wrestling, Bartitsu. Genaueres zu den jeweiligen Trainern, die wir dazu gewinnen konnten, in den folgenden Absätzen:

Predrag Nikolic – Ringen nach deutscher Schule

Predrag Nikolic ist ein Urgestein und Gründungsmitglied des Zornhau e.V. Schon in der Jugend hat er sich mit Judo, Iwama-RyuAikido und ein wenig Jiu Jitsu befasst. Doch zum historischen Ringen kam er wie die Jungfrau zum Kinde. In der Disco ob seines Tanzstiles angesprochen, ob er Lust auf Schwertkampf hätte, ließ er sich überreden, vor allem da ihm auch Training im Ringen, Dolch- und Stangenkampf versprochen worden waren. Dieses Training bestand letztendlich zunächst aus der Lektüre der alten Quellen und so hat er sich die letzten 15 Jahre mehr oder weniger intensiv mit dem historischen Fechten des späten Mittelalters befasst (Schwerpunkt Ringen und Dolch). Sein Hauptinteresse liegt auf den technischen Aspekten des Ringens und den zugrundeliegenden Prinzipien. Und den Teilnehmern zu erklären, dass Ringen nicht schwul ist. Seit über 10 Jahren wird er als Trainer zu internationalen Events eingeladen. Für den Ringen-Workshop ist ein Tiefschutz sehr zu empfehlen und auch eine robuste Jacke (Gi oder ähnliches) wäre von Vorteil

Christoph Reinberger – Pugilism

Christoph Reinberger ist seit 2003 aktives Mitglied im Verein Ochs historische Kampfkunst e.V. Seit 2011 unterrichtet er als Trainer mit dem Schwerpunkt Langschwert. Angeregt durch Alexander Kiermayers Arbeit mit dem Bartitsu begann er sich im Laufe der Zeit näher mit dem historischen englischen Bare-Knuckle-Boxing auseinander zu setzen. Die Erkenntnisse aus der Recherche ermöglichen es ihm, seit 2015 in einer eigenen Gruppe am Standort in Garching an der Alz ein regelmäßiges Training ab zu halten. Das Bare-Knuckle-Boxing war besonders in England im 18. und 19. Jahrhundert bei der Ober- und Unterschicht beliebt. Dabei wurden die Techniken daraus auch als „Self-defence“ System für Gentlemen und Ladies angepriesen. Durch zunehmende Regulierung und mit der Einführung der Boxhandschuhe im Wettkampf wurde daraus schließlich das heutige moderne Boxen. In diesem Workshop werden wir uns mit den Angriffszielen und verschiedenen Schlagtechniken auseinandersetzen. Dazu gehört natürlich auch die Verteidigung mittels Kontertechniken, Meiden, Blöcken und Paraden. Auch die eine oder andere Ringtechnik im Rahmen der damaligen Regelwerke wird im Seminar zu finden sein. Für das Seminar wird keine besondere Ausrüstung benötigt. Von Vorteil wären MMA-Sparring Gloves oder kleine gepolsterte Handschuhe wie z.B. MMA-Handschuhe (Keine Boxhandschuhe) , ein Mundschutz und eventuell Bandagen für die Handgelenke.

Oliver Janseps – Savate genovese

Seit 2004 beschäftigt sich Oliver Janseps mit den HEMA. Um ihn herum entstand die Gruppe Mispeldorn – Historische Kampfkünste. Schwerpunkte lagen hier zu Beginn im Umgang mit Stangenwaffen aller Art und dem Ringen, später eher in der klassischen Fechtweise von Säbel und Degen. Bereits davor und auch während dieser Zeit trainierte er diverse moderne Kampfkünste wie das deutsche Jujutsu, Inayan Eskrima und das französische Savate Boxe Française. 2015 begann er unter Maestro Parodi traditionelle genuesische Methoden zum Kampf und zur Selbstverteidigung zu lernen. Dem Umgang mit Spazierstock und Messer merkt man ihre fechterischen, europäischen Wurzeln genauso an wie den Fuß- und Ringtechniken. Unter diesen Methoden findet sich das Savate Genovese, eine alte Variante des französischen Savate. Im 19. Jh. Ist es wahrscheinlich über den Seeweg von Marseille nach Genua gekommen. Die damalige Form war noch nicht mit dem englischen Boxen kombiniert worden und unterlag in den folgenden Jahren auch keiner Versportlichung. Fußtechniken bilden den Schwerpunkt dieser Methode, während Handtechniken meist mit der offenen Hand und eher zur Abwehr und zum stören dienen als zum Angriff. Das Arsenal an Fußtechniken ist noch umfangreicher als im heutigen Savate Boxe Française und beinhalten einige Tritte, die aus Sicherheitsgründen durch das Regelwerk gestrichen wurden. Sollte die Distanz geschlossen werden, bedient man sich den Techniken des Gambetto mit seinen ringerischen Ansätzen, wodurch die Boxdistanz obsolet wird. 

Heiko Große – Scottish Backhold Wrestling

 

Heiko Große ist derzeit der Haupttrainer der Cateran Society. Er gründete 2009 die Broadsword Academy Germany. Dort wird Highland Broadsword und andere schottische Waffen sowie Scottish Backhold Wrestling und Pugilism unterrichtet. Heiko hat das erste deutsche Buch über Highland Broadswords (2014) geschrieben und ist Co-Autor des bald erscheinenden Buches „Scomers of Death“. Er hat bereits auf mehreren internationalen Events wie dem ISS, FISAS International Meeting, Malta Historical Fencing Association Meeting und ähnlichen unterrichtet. Auch ist er bei ANNO 1838 e.V. Forschungsmitglied und hat 10 Jahre Erfahrungen in Kendo (1. Dan)
Backhold Wrestling wird heute noch als traditioneller Ringstil in Schottland und Nordengland betrieben. Für den Workshop ist keine besondere Ausrüstung nötig, Kilts sind jedoch willkommen

 

Alex Kiermayer – Bartitsu

Alex Kiermayer ist ein Gründungsmitglied und Trainer bei OCHS – Historische Kampfkünste. Er leitet die OCHS Trainingsgruppe Pfarrkirchen. Seit seinem 16ten Lebensjahr trainiert er diverse Kampfkünste aus verschiedenen Kulturkreisen. In vielen dieser Kampfkünste hat er auch Trainerlizenzen erworben. Als Einsatztrainer bei der Polizei beschäftigt er sich auch beruflich mit dem Thema Selbstverteidigung. Seine ernsthafte Auseinandersetzung mit HEMA begann ca. 1999. Der Schwerpunkt seiner Recherchen liegt in den historischen Kampfkünsten aus dem deutschen Sprachraum, aber auch auf der englischen Kampfkunst Bartitsu. Ende des 19 Jahrhunderts gründete Edward Barton-Wright aus Elementen des französischen Stockfechten und Savate, des englischen Boxens und des japanischen Jiu Jitsu die Kampfkunst Bartitsu. Sein Bartitsu Club für Angehörige der gehobenen Gesellschaft war gewissermaßen der erste MMA-Club der Welt. In diesem Workshop werden wir uns mit verschiedenen waffenlosen Aspekten des Bartitsu beschäftigen. Wir werden dem Teilnehmerkreis angepasste Übungen aus dem Savate, dem Boxen und dem Jiu Jitsu trainieren und diese auch kombinieren. Für einige der Übungen wäre es gut, wenn ihr kleine Faustschützer / MMA-Handschuhe, sowie eine festere Jacke oder einen Judo-Gi dabei hättet. Es geht aber auch ohne. Schienbeinschützer werden empfohlen.

 

Mark Lupo de Fazio – Human Pankration

Nun seit 1988 betreibe ich regelmäßig unregelmäßig Kampfsport und Kampfkunst. Erfahrungen habe ich in vielen Bereichen, sportlich wie kämpferisch gemacht. Vor 21 Jahren habe ich dann auch noch Wettkämpfe mitgemacht, auch Vollkontakt- aber die Zeit mich messen zu müssen ist vorbei. Derzeit unterrichte ich Frauen in Selbstverteidigung, Kampfkunst für Kinder und Kampfsport im Breitensport. Ich habe im Deutschen Olympischen Sportbund eine Trainer C Lizenz und habe mehrere weitere Lizenzen auf den Kampfsport konzentriert. Ich bin Instruktor aktiv in vielen Stilen: Ju-Jutsu, Chanbara, Traditional Italien Knife Fighting, Human Pankration und Bujinkan Ninjutsu. Wwenn alles gut läuft ab morgen auch in Cinco Teros. während des Noble Science Events steht das Human Pankration im Vordergrund. Diese Sportart lehnt sich an die alte olympische Disziplin, von vor gut 2600 Jahren an – dem Allkampf. Von Vorteil sind Tiefschutz und MMA Handschuhe.

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Die Anmeldung wird erst mit der Vorrauszahlung der oben genannten Seminargebühr beiderseits verbindlich.
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