Frauentag – Schwerttag 2020 – VeranstaltungsberichtSo, 15.03.2020

GruppenfotoAnlässlich des Internationalen Frauentags luden die Frauen von Zornhau Historische Fechtkunst e.V. und Neue Marxbrüder zu Frankfurt zum 2. Frauentag – Schwerttag ein.

38 Fechterinnnen kamen am 7.und 8.März 2020 zusammen. Fünf Trainerinnen von nah und fern, darunter unser Mitglied Maria Jerchel, gaben interessante Workshops – fundiert, kennntnisreich und voller Elan.
Karin Verelst mit gewonnenem DussackKarin Verelst aus Belgien war mit Workshops zum Ringen wieder dabei und ließ die Frauen ihre eigene Stärke entdecken und entwickeln. Sie war auch diejenige, die den Zornhau-Dussack bei der Tombola zugunsten der Frankfurter Frauenhäuser gewonnen hat.

SchildmaidenDeandra de Looff brachte einen Stapel Rundschilde im Auto aus den Niederlanden mit und ermutigte die Teilnehmerinnen, diesen als aktive Waffe einzusetzen (und nein, sie haben sie nicht geworfen).

Kurs TwerchhauBei Gerhild Grabitzer aus Österreich wurde schwungvoll gelehrt, wie man des Twerches Schwung pricht. Und Dorothea Paulekuhn von unseren direkten Nachbarn Schwertfechten Nordhessen führte in Halbschwerttechniken ein.

Kurs QuellenarbeitMaria Jerchel, von Haus aus Germanistin, brachte einer großen Anzahl interessierter Fechterinnen die Arbeit mit historischen Quellen näher. Vom „einfachen“ Durchackern einer Edition bis zur Erarbeitung des Textes vom Digitalisat der Handschrift.
Dem zu Ehren stiftete Matthias Klein von Zornhau auch jeweils ein Exemplar von Dierk Hagedorns Editionen des Peter von Danzig und des Jude Lew.

Eine besondere Freude war es, Fechterinnen aus der Nähe und aus fernen Landen wieder zu treffen – im einen wie im andern Sinne, denn auch für gecoachtes und freies Sparring bot unsere wunderschöne Halle direkt am Main Raum. (An dieser Stelle dem Hausmeister vor Ort, Herrn Kolodziej, einen herzlichen Dank für seine Unterstützung.)

Alle Teilnehmerinnen beim TrainingAuf dem Absolute Beginner Track wurden Workshops geboten, die sich auch – aber nicht nur – an die Frauen wandten, die erst noch Fechterinnen werden wollen.

Petra Knorr übernahm hier auch den Workshop zur Einführung in die galante Wehr des langen Messers. Fundiert führte sie die Teilnehmerinnen in die elegante Kunste des bürgerlichen Einhandfechtens ein.

Aktion »choose your weapon«Mit „Choose your weapon“ wurde hier auch ein völlig neues Format abseits der traditionellen Workshops geboten.
Auf dem Heimweg von den sHEMAsters, noch völlig euphorisch von dem großartigen Wochenende, kamen Melanie Beckmann von den Marxbrüdern und Maria Jerchel von Zornhau auf die Idee, am Frauentag – Schwerttag eine Art Speeddating mit den verschiedenen Wehren zu veranstalten. Vergangenen Sonntag wurde das Format zum ersten Mal auf die Probe gestellt.
Am Anfang stand ein ganz kurzer Überblick über die zur Verfügung stehenden Waffen. Alles was das Arsenal zu bieten hatte: Stange, Speer, Schwert und Buckler, Langes Messer, Dussack, Dolch, Rapier und natürlich das Lange Schwert und die Fechtfeder. Dann wurden die Fechterinnen – ein Jahr Erfahrung reicht für dieses Format völlig – gebeten, sich für jeweils eine Wehr als Patin zu melden. Sechs Frauen nahmen die Herausforderung an, jeweils zwei Interessierten 15 Minuten lang zu zeigen, was sie lieben. Denn genau darum geht es, dass der Funke überspringt.
Grade die Einsteigerinnen waren begeistert eine solche Vielfalt vom Dussack bis zur Feder, vom Dolch bis zur Stange ausprobieren zu können. Aber auch die Fechterinnen, die sich als Intruktorinnen ausprobieren konnten, waren mit Elan dabei. Auf der Feedbackseite wurden auch prompt zwei neue Workshops eingefordert: Dussack und Stange.
Dieses Format ist uneingeschränkt für Einsteigertage oder als Einstiegsmöglichkeit für andere Events zu empfehlen. Für Fragen dazu steht Maria per Facebook-PN oder Email gern zur Verfügung.

Wir hoffen viele der 19 Anfängerinnen im regulären Training wieder zu sehen. Auf dass der Funke zündet! Und alle anderen auf dem einen oder andern Event, als Gast im Training oder nächstes Jahr am Main.

Ein paar persönliche Worte von Maria zum Schluss:
Angesichts der Ereignisse, die an diesem Wochenende die HEMA Szene aufgerüttelt haben, kann ich – Maria Jerchel – nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Ein HEMA Event für Frauen hat einen besonderen Flow, eine besondere Atmosphäre. Leider warfen andere Ereignisse einen Schatten über diese wundervollen Erinnerungen. Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder viele Fechterinnen von nah und fern am Main begrüßen. Im selben Geiste, den wir gemeinsam in diesem Raum miteinander erschaffen haben. Und ich freue mich darauf.

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