Alte Kampfkunst
| Die Waffen | Trainingsprinzipien | Trainingsablauf | Trainingsmethoden | Wann und wo? |
Die Waffen
Historisches Fechten ist ein Allkampfsystem, das weit mehr Waffengattungen umfasst als nur das sogenannte lange Schwert. Fast alle erhaltenen Fechtbücher belegen, dass es im Mittelalter eine umfassende Ausbildung in verschiedenen Waffengattungen gab, wie etwa dem Dolch, der langen Stange und dem Einhandschwert.
Für viele Anfänger ist das Schwert aufgrund seiner mythischen Verklärung die bekannteste und begehrteste Waffe. Bei “Zornhau“ findet folgender Unterricht statt:
Langes Schwert
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Das lange Schwert ist die wichtigste Waffe der lichtenauerschen Fechttradition und steht beim Zornhau-Training im Mittelpunkt. Drei ganze Termine in der Woche sind dieser Waffengattung vorbehalten. Trotz seiner herausragenden Rolle wird über diese Waffe viel Falsches erzählt. Zum Beispiel sprechen Laien und Fantasyfans von "Anderthalbhändern" und "Zweihändern". Die mittelalterliche Terminologie kennt aber primär nur lange (zweihändige) und kurze (einhändige) Wehren. Auch wird gerne vergessen, dass das lange Schwert nicht nur aus einer Klinge besteht, mit der gekämpft wird. Der Knauf und der Griff können für Stöße oder Hebel eingesetzt werden, ebenso wie das Kreuz. Außerdem ist es möglich die Waffe als "Halbes Schwert" zu führen - eine Hand liegt dann auf der Mitte der Klinge. Dies wird gerade beim Harnischfechten angewandt. Das Harnischfechten unterscheidet sich vom sogenannten Bloßfechten durch die Rüstung, die im Kampf berücksichtigt werden muss. Die Klinge wird mit der linken Hand umfasst und kann zum Hebeln benutzt werden. Ein solcher Kampfstil geht fließend in das Ringen über. Zum Training werden bei "Zornhau" je nach Übung Holz- und Aluminiumwaffen genutzt, ebenso wie ungeschärfte Stahlschwerter. Diese Waffe wird bei Zornhau nach diesen historischen Quellen gefochten:
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Dussak
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Der Dussack, Dussak oder Tessak ist eine ganz besondere Waffe und unter Nicht-Fechtern leider immer noch weitgehend unbekannt. Es handelt sich um ein breites, gebogenes Haumesser, bestehend aus einer schlichten Klinge mit einem Loch in der Basis zum Hineingreifen oder einem einfachen, umgeschmiedeten Handschutzbügel. Man sagt, dass der Dussack ursprünglich eine wegen seiner schlichten Machart leicht und in großen Mengen herzustellende Bauernwaffe gewesen sei. Der Dussack war in den Fechtschulen oft die Übungswaffe für allerlei Fechtkunst, vor allem die des kurzen Schwertes. Wir benutzen vor allem die hölzerne Variante. Unseres Wissens nach gibt es überhaut nur einen einzigen erhalten gebliebenen Stahldussack. Auf den alten Bildquellen finden sich in der Regel Holzwaffen. Der Dussack wird zur Zeit bei “Zornhau“ nur privat trainiert, es existiert keine offizielle Studiengruppe. Diese Waffe wird bei Zornhau nach diesen historischen Quellen gefochten: |
Dolch
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Der Dolch, der zur Verwirrung heutiger Zeitgenossen in den Quellen meistens "Degen" genannt wird, wird bei Zornhau vor allem in der Form des Scheibendolches oder "Panzerstechers" benutzt. Dolchfechten ist mit dem Messerkampf moderner, europäischer und asiatischer Kampfsysteme vergleichbar. Die Rangelei mit der kurzen Stoßwaffe ist schnell, gefährlich und brutal. Der Übergang zum Ringen ist fließend. Diese Waffe wird bei Zornhau nach diesen historischen Quellen gefochten:
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Ringen
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Das Ringen ist die unbewaffnete Kampfkunst der alten Fechtmeister. Mit harten, schnellen Schlägen wird der Gegner mürbe gemacht um dann durch Hebel und Würfe fixiert zu werden. Mittelalterliches Ringen gab es in der freundschaftlich-sportlichen, aber auch in der brutalen Selbstverteidigungsvariante, bei der Schläge auf den Kehlkopf, Stiche in die Augen und Tritte gegen Gelenke oder in die Genitalien benutzt werden. Das Ringen ist auch Bestandteil des Waffentrainings, da die Grenzen zwischen Ringen und Fechten fließend sind. Techniken für das Ringen entnehmen wir:
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Langes Messer
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Das lange Messer nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Fechtkunst ein. Einerseits gibt es wenige Quellen, wie z.B. "Der alten Fechter anfängliche Kunst" oder einige Bildtafeln Talhoffers, andererseits sehen wir in vielen Bildquellen des Spätmittelalters, dass das Messer eine der häufigsten Beiwehren bewaffneter Männer war. Diese Diskrepanz kann daran liegen, dass das Messerfechten in den Quellen durch die Lehren zum Dussack und zum Schwert abgedeckt wird. Das lange Messer ist länger als ein Dussack, meistens gerade geschmiedet und hat einen Griff, der sich mit beiden Händen umfassen lässt. Das lange Messer wird zur Zeit nur im Studium oder privat trainiert. Diese Waffe wird bei Zornhau nach diesen historischen Quellen gefochten: |
Stange
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Stangenwaffen wie die Helle- oder Halmbarte, der Spieß und die Lang Axt waren ursprünglich reine Kriegswaffen und wurden erst zu Beginn der Renaissance als Waffe der Fechtkunst Mann gegen Mann populär. Unsere Primärquelle für das Fechten mit Stangenwaffen ist das Buch von Joachim Meyer. Dabei konzentrieren wir uns auf die von Laien oft als "Kampfstab" bezeichnete halbe und die lange Stange. Die halbe Stange misst etwa 2 Meter 20, die lange 4 bis 5 Meter. Vermutlich hat die lange Stange ihren kriegerischen Ursprung in der langen Pieke. Das Fechten mit der Stange ist eine Wissenschaft für sich, und hat mit den asiatisch inspirierten Hollywood-Klopfereien à la "Robin Hood gegen Little John" nicht viel zu tun. Viele Prinzipien des Schwertfechtens finden auch im Stangenfechten Verwendung. Das Stangenfechten wird zur Zeit bei “Zornhau“ nur im Studium trainiert. Techniken für die Stange entnehmen wir diesen historischen Quellen: |
Einhandschwert und Buckler
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Einhandschwert und Buckler meint ein einhändig geführtes, kurzes Schwert in Kombination mit einem kleinen runden Faustschild, dem Buckler. Diese Kombination ist die Beiwaffe des freien Mannes im Hochmittelalter. Auf zahllosen zeitgenössischen Bildern sieht man Ritter, Söldner und Bürgerliche mit dieser Ausrüstung kämpfen oder, sie am Gehänge tragend, dahergehen. Fechtbuchquellen zu Schwert und Buckler sind eher rar. Außer den bekannten Talhoffer-Bildchen und einigen italienischen Quellen dient vor allem das berühmte Towerfechtbuch als Primärquelle. Das Towerfechtbuch ist wahrscheinlich nicht der Lichtenauerschen Tradition zuzurechnen, da es mit hoher Wahrscheinlichkeit früher verfasst wurde. Einhandschwert und Buckler werden zur Zeit bei Zornhau nur im Studium trainiert. Unsere Quellen für Schwert/Buckler: |