Seit dem Sommer 2002 betreibt der Zornhau e.V. unter
anderem auch "Öffentlichkeitsarbeit" auf ausgewählten
Mittelaltermärkten. Schon die ersten beiden Auftritte in Aub
und in Dreieichenhain sorgten für einiges Aufsehen und begeisterten Besucher
wie Veranstalter. Mit großem Aufwand an Leuten und Material stellt der Verein eine
fahrende Fechtschule der Renaissance dar. Zwar gibt es Schaukampfkruppen und
Söldnertrupps wie Sand am Meer, doch das Konzept einer alten Fechtschule ist in
der deutschen Mittelalterszene bisher einzigartig. Wir legen hierbei großen
Wert auf geschichtsnahe Interpretation und den musealen Charakter der
Darstellungen.
Haben sie Interesse an den Vorführungen der
Fechtschule Zornhau bekommen? Eventuell stehen wir auch für ihren Markt zur
Verfügung! Unsere Ansprechpartner für alle Marktveranstalter sind:
- Torsten Schneyer: marktorga
zornhau.de

Das Lager unserer fahrenden Fechtschule ist der
Epoche gemäß reichhaltig ausgerüstet. Es besteht zuerst einmal, je nach dem uns
zur Verfügung stehenden Platz, aus maximal sechs Zelten (in den Zornhau-Farben
grün, schwarz und weiß geschmückt). Zum Lager einer fahrenden Fechtschule gehören
natürlich überquellende Waffenständern, Fahnen und Banner, eine mit Wimpeln
geschmückte Lagerabsperrung.
Den Mittelpunkt des Lagers bildet eine von Bänken
umstellte Tafel, über die sich ein Sonnensegel spannt. Im Hintergrund befinden
sich eine Kochstelle und ein großer Küchenwagen, angefüllt mit
mittelalterlichen Kochgerätschaften. Auf einem weiteren Leiterwagen befinden
sich Wasserfässer und andere Lagerutensilien.
Des Weiteren gehört zum Lager ein
abgesperrter Fechtplatz, die sogenannten Schranken. In ihnen wird so oft wie möglich
gefochten. Zu diesem Fechtplatz gehört auch ein Segno, das ist eine große
Tafel, auf der schematisch die Richtungen der Schwerthiebe ("Haue")
von Hand aufgemalt sind. Das Segno ist sehr stabil, mit Ketten an einem
Holzgerüst aufgehängt und auch für Stichübungen zu gebrauchen. Durch die Menge
der Zelte, des Aufwandes, der mit der Ausstattung des Lagers betrieben wird und
mit der Bewohnerzahl von etwa 15 Mann bildet das Zornhau-Fechtschullager den
Mittelpunkt eine jeden Marktes.

Eine Fechtschule belebt einen Mittelaltermarkt
ungemein. Unsere Fechter können nicht nur kämpfen und beleben das Marktbild
durch ihre Präsenz, sondern besitzen auch fundierte Kenntnisse über die Zeit
des Spätmittelalters und der Renaissance. Somit stehen sie im Rahmen des
Marktlebens auch für andere Darstellungen zur Verfügung, z.B. ein Gottesurteil.
Zur Fechtschule Zornhau gehören etwa 15 Darsteller.
Zuerst einmal sind da natürlich die Fechtschüler zu nennen, außerdem den
Fechtmeister und seine beiden Gehilfen. Auch einige Mägde, welche das Lager
versorgen, sind anzutreffen. Alle Darsteller stellen wohlhabende städtische
Bürger dar, die der Fechtgilde "Bruderschaft des heiligen St.
Marcus", kurz "Marxbrüder" genannt angehören. Diese große
Fechtergilde hatte ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main.
Die Darsteller unserer
Gruppe sind authentisch im Stile des Spätmittelalters und der beginnenden
Renaissance gewandet und heben sich vom gängigen Grobmittelalter vieler Märkte
ab. Sie tragen ihrem Stand und dem Fechten dienliche Kleidung, eine der Epoche entsprechende
Kopfbedeckung und sind, wie es sich für eine Fechtschule gehört, nötigenfalls
reichhaltig bewaffnet und gerüstet.
Die Fechtschule Zornhau bietet ihrem Markt drei Arten von Vorführung. Diese sind:
- In dieser Vorführung wird der harte Trainingsalltag einer Renaissance-Fechtschule
vermittelt. Sechs bis zehn Fechtschüler trainieren unter der Weisung des
Fechtmeisters ausgewählte Techniken der deutschen Schule, dabei auch
Spektakuläre und für Laien sehr Gefährliche wie z.B. Stiche und Stücke zum
Gesicht. Diese werden dem Publikum schrittweise erklärt und in
verschiedenen Geschwindigkeiten vorgeführt. Des Weiteren zeigt die Fechtschule
den Gruppendrill eines "Laufes", das sind Sequenzen aus
verschiedenen Techniken, die gemeinsam geübt werden. Während der ganzen
Vorführung moderiert der Fechtmeister, indem er dem Publikum Wissenswertes
über die alten Fechtschulen, aber auch Details zu Fachbegriffen,
Prinzipien und Strategien des Fechtens erklärt.
- Die Schüler der Fechtschule Zornhau kämpfen gegeneinander. Diese genau
choreographierten Schaugefechte unterscheiden sich grundsätzlich von den
Schaukämpfen, die das Publikum gewohnt ist, denn diese Duelle sind
schnell, sehen riskant und sehr martialisch aus. Alle Techniken sind auf
den Mann (und nicht auf die Waffe) gezielt, historisch belegt und
entsprechen der liechtenauerschen
Fechttradition. Es werden selbstverständlich auch Stiche, Hebel und Würfe
gezeigt. Innerhalb der Schaukämpfe stellt Zornhau auch die verschiedenen
Waffen der deutschen Fechttradition vor. Unter anderem gibt es Duelle mit
dem langen Schwert, dem Dussack, der Stange und
auch einen Ringkampf.
- Zornhau veranstaltet auf Märkten neben den ernsten Darstellungen
mittelalterlicher Kampfkunst auch unterhaltsame Vorführungen und „Walking Acts“. Einer
davon ist die Meisterprüfung, bei der die Gesellen der Fechtschule
versuchen, durch allerlei Proben und Gefechte ihren Meistertitel zu
erlangen. Hierbei werden historisch belegte Brauchtümer der alten
Fechtergilden dargestellt und spektakuläre Schaukämpfe vorgeführt.