- Torsten Schneyer: marktorga
zornhau.de
Das Lager unserer fahrenden Fechtschule ist der
Epoche gemäß reichhaltig ausgerüstet. Es besteht zuerst einmal, je nach dem uns
zur Verfügung stehenden Platz, aus maximal sechs Zelten (in den Zornhau-Farben
grün, schwarz und weiß geschmückt). Zum Lager einer fahrenden Fechtschule gehören
natürlich überquellende Waffenständern, Fahnen und Banner, eine mit Wimpeln
geschmückte Lagerabsperrung. Den Mittelpunkt des Lagers bildet eine von Bänken umstellte Tafel, über die sich ein Sonnensegel spannt. Im Hintergrund befinden sich eine Kochstelle und ein großer Küchenwagen, angefüllt mit mittelalterlichen Kochgerätschaften. Auf einem weiteren Leiterwagen befinden sich Wasserfässer und andere Lagerutensilien.
Des Weiteren gehört zum Lager ein abgesperrter Fechtplatz, die sogenannten Schranken. In ihnen wird so oft wie möglich gefochten. Zu diesem Fechtplatz gehört auch ein Segno, das ist eine große Tafel, auf der schematisch die Richtungen der Schwerthiebe ("Haue") von Hand aufgemalt sind. Das Segno ist sehr stabil, mit Ketten an einem Holzgerüst aufgehängt und auch für Stichübungen zu gebrauchen. Durch die Menge der Zelte, des Aufwandes, der mit der Ausstattung des Lagers betrieben wird und mit der Bewohnerzahl von etwa 15 Mann bildet das Zornhau-Fechtschullager den Mittelpunkt eine jeden Marktes.
Die Darsteller unserer Gruppe sind authentisch im Stile des Spätmittelalters und der beginnenden Renaissance gewandet und heben sich vom gängigen Grobmittelalter vieler Märkte ab. Sie tragen ihrem Stand und dem Fechten dienliche Kleidung, eine der Epoche entsprechende Kopfbedeckung und sind, wie es sich für eine Fechtschule gehört, nötigenfalls reichhaltig bewaffnet und gerüstet.
- Dargestellte FechtschuleIn dieser Vorführung wird der harte Trainingsalltag einer Renaissance-Fechtschule vermittelt. Sechs bis zehn Fechtschüler trainieren unter der Weisung des Fechtmeisters ausgewählte Techniken der deutschen Schule, dabei auch Spektakuläre und für Laien sehr Gefährliche wie z.B. Stiche und Stücke zum Gesicht. Diese werden dem Publikum schrittweise erklärt und in verschiedenen Geschwindigkeiten vorgeführt. Des Weiteren zeigt die Fechtschule den Gruppendrill eines "Laufes", das sind Sequenzen aus verschiedenen Techniken, die gemeinsam geübt werden. Während der ganzen Vorführung moderiert der Fechtmeister, indem er dem Publikum Wissenswertes über die alten Fechtschulen, aber auch Details zu Fachbegriffen, Prinzipien und Strategien des Fechtens erklärt.
- Fechtduelle (Schaukampf)Die Schüler der Fechtschule Zornhau kämpfen gegeneinander. Diese genau choreographierten Schaugefechte unterscheiden sich grundsätzlich von den Schaukämpfen, die das Publikum gewohnt ist, denn diese Duelle sind schnell, sehen riskant und sehr martialisch aus. Alle Techniken sind auf den Mann (und nicht auf die Waffe) gezielt, historisch belegt und entsprechen der liechtenauerschen Fechttradition. Es werden selbstverständlich auch Stiche, Hebel und Würfe gezeigt. Innerhalb der Schaukämpfe stellt Zornhau auch die verschiedenen Waffen der deutschen Fechttradition vor. Unter anderem gibt es Duelle mit dem langen Schwert, dem Dussack, der Stange und auch einen Ringkampf.
- MeisterprüfungZornhau veranstaltet auf Märkten neben den ernsten Darstellungen mittelalterlicher Kampfkunst auch unterhaltsame Vorführungen und „Walking Acts“. Einer davon ist die Meisterprüfung, bei der die Gesellen der Fechtschule versuchen, durch allerlei Proben und Gefechte ihren Meistertitel zu erlangen. Hierbei werden historisch belegte Brauchtümer der alten Fechtergilden dargestellt und spektakuläre Schaukämpfe vorgeführt.
