Zum Transport von Trainingsgeräten, Waffenrecht, Öffentlichkeit usw.Di, 09.06.2015

Des öfteren kommt die Frage auf, wie es sich mit unseren Waffen Trainingsgeräten und deren Transport bzw. Training in der Öffentlichkeit aussieht. Die Häufigste Frage lautet „Was, wenn die Polizei mich kontrolliert?“.
Gelegentlich werden dann speziell von Einsteigern Weisheiten aus sogenannten Mittelalterforen beschworen, die sich um Waffen, Waffenrecht und Anekdoten von Beschlagnahmung drehen.
Manchmal wird dann auch schon im vorauseilenden Gehorsam eine „waffenrechtskonforme“ Transporthülle für das eigene Schwert Trainingsgerät gebaut (gleich vorweg: falsch ist das ja nicht.) oder andere Aufwände unternommen.

Wirft man einen Blick ins Netz und sucht in diversen Foren nach Rat, erhält man oftmals recht absurde Ratschläge, konstruiert aus einer wirren Mischung zwischen gesetzlichen Vorgaben, Ermessensspielraum der Polizei, Begriffsverwirrung, Anekdoten von jemand, der jemand kennt, dessen Kumpel mal… und ganz plattem Waffenfetisch.

Aus diesem Grund möchte ich das Thema hier mal möglichst sachlich und vor allem lösungsorientiert angehen.
Vorweg: Dies ist weder eine Rechtsberatung, noch eine Garantie irgend einer Art. Alles, was uns hier möglich ist, ist Werkzeuge anzubieten, damit ihr im Falle des Falles gute Argumente besitzt.
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Großes Poster zum Langen Schwert nach v. DanzigSo, 18.05.2014

Wenn man sich als Lehrer für historisches Fechten über Jahre intensiv mit bestimmten Hauptquellen „seiner“ Kampfkunst beschäftigt, entwickelt man mit der Zeit eine Art Hassliebe zu bestimmten Schriften. Liebe deshalb, weil man sich zwar einerseits darüber freut, dem Wissen und Können der Meister auf diese Art sehr dicht auf der Spur zu sein… was zweifelsohne ein wunderbares Gefühl ist. Frust wiederum fühlt man immer dann, wenn man an den vielen kleinen scheinbaren Widersprüchen und -mal überraschenden, mal einfach nur verwirrenden- Querbezügen scheitert, die den pragmatischen Handschriften dieser Zeit zwangsweise innewohnen. Das Fechtbuch des Peter von Danzig ist ein Paradebeispiel der (damals schon historischen) Interpretation von Liechtenauers Fechtgedicht. Harte Vorgabe und Interpretation, Erklärung und Verneblung, Geheime Lehre und Geheimnisverrat kommen hier zusammen.
Dieses Spannungsfeld aus Ordnung und Chaos hat mich zu einem kleinen, Wimmelbild-artigen Merkposter für meine Schüler inspiriert: Alle 5 Haupt- und 12 Nebenstücke zum Bloßfechten mit dem Langen Schwert auf einem Blatt!

Kannst DU sie alle nachfechten, erklären und, wenn du ein Meister bist, im freien Kampf einsetzen? 😉

Dieses Poster erhebt keinen Anspruch auf semantische (oder gar historische) Korrektheit, sondern ist ein reines Spaßprojekt! Da viele der „Unterstücke“ v. Danzigs unbetitelt sind und lediglich aufgezählt werden („Ein anders“), habe ich als Benennung die Arbeitsbegriffe gewählt, die wir im wöchentlichen Training verwenden. Da die Bezeichnungen sprechend sind und ich mich strikt an die Reihenfolge in der Quelle gehalten habe, wird der sachkundige Fechter sie erkennen. Die gründen Bindfäden markieren ein paar der wichtigsten Querbezüge innerhalb der Fechtstücke. Viel Spaß beim Stöbern!

Die folgende Download-Version ist ungefähr 8 MB groß und lässt sich wahlweise im Browser zoomen oder als DinA3 mit 300 DPI ausdrucken.

 

Großes "Von Danzig"- Poster!

Johann Liechtenauers Stücke mit dem Langen Schwert nach Meister Peter von Danzig ...Ein Merkzettel von Torsten Schneyer! Kannst du sie alle?

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Original der Woche 8 / Original of the week 8Do, 27.03.2014


Diese Woche gibt es wieder eine Veröffentlichung für unsere Messerfreunde! Dieses gefährlich aussehende Messer von ca 1530 hat uns aufgrund seiner Eigenschaften besonders viel Freude bereitet. Es handelt sich um eine „schnelle“ Waffe, leicht und gut ausgewogen. Der Griff ist typisch „Langes Messer“, also gerade, mit einer Knaufkappe und durch Rollnieten zusammengehalten.
Die Form des Kreuzes ist bereits „typisch Renaissance“ und gegen die Querachse hin S-förmig gebogen. Imposant auch die starke Krümmung der spitzen, schlanken Klinge, die aus diesem Messer bereits einen frühen Säbel macht. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, daß das Gehilz gar keinen Wehrnagel hat, und hier möchte ich Eure Aufmerksamkeit auf eine Besonderheit lenken:
Mit Verblüffung bemerkte ich eine -im Datenblatt leider nicht erwähnte- kreisförmige Einbuchtung auf der Kreuzmitte, die wirkt, als sei sie mit einem Zirkel gezogen! Dort, wo sonst der Wehrnagel sitzt, scheint ein breiter Bolzen durch Angel und Kreuz getrieben und auf beiden Seiten sauber anpoliert worden zu sein. Dies macht auf den ersten Blick keinen Sinn, Schwerter und Falchions kamen Jahrhunderte ohne eine zusätzliche Fixierung des Kreuzes aus, einzig am Platz gehalten durch die Spannung der Knaufniete und optionalen Metalleinguss.
Doch waren in den hochspezialisierten Manufakturen der Renaissance Wehrnägel an Messern bekanntlich eher die Regel denn die Ausnahme. Wir wissen, daß Blankwaffen zu dieser Zeit bereits in Serie produziert wurde und man auf große Voratslager von vorgefertigen Knäufen, Kreuzen, Nieten ect. zurückgriff und diese nur noch an die Klinge anpasste.
Wenn wir davon ausgehen, daß der Schwertfeger in diesem Fall nur vorgefertigte Teile „mit Loch“ zur Verfügung hatte, der Kunde aber -aus welchen Gründen auch immer- keinen Wehrnagel wolle, können wir vielleicht spekulieren, daß sich der Meister dafür entschied, die Waffe dennoch so zu montieren, wie er es gewohnt war und wie es die vorliegenden Bauteile vorsahen. Nur, das dieser spezielle „Wehrnagel,“ den wir hier (nicht) sehen, eben nicht hervor steht.
Es ist immer wieder ein intellektuelles Vergnügen, über den Abgrund der Jahrhunderte einen kurzen Einblick in die tägliche Arbeit der damaligen Handwerksknstler zu erhaschen.

This weeks release is for our Messer-Fans out there! A dangerous looking Messer, dated arround 1530, that we liked so much because of it’s features: It’s a fast weapon, light and well balanced. The grip is that of a typical „Long Knife“, that means: straight, with a pommel-cap and held by some rivets.
Die appearance of the cross is very renaissance-like and s-shaped against the lateral axis. Also impressive is the strong curve of the slim, pointy blade, which makes this Messer to an early Sabre.
At a second glance we can see, that there is no „Wehrnagel“ (the typically one-sidet parry-element of a true Messer). With amazement I regognized a (unfortunately not mentioned in the data-sheets) circle-shaped immersion in the middle of the cross. It seems, that there, where we would exoect the Wehrnagel, is just a broad bolt, driven trough blade and cross. This seems odd, because for centurys swords and falchions didn’t need additional fixings on this part of the weapon.
But on the other side: Wehrnägel where more rule than exeption on renaissance knives.
We know also, that in this times weapons where produced in high rates and with semi-undustrial production methods. The craftsman had their pool of readymade pommeles, crosses, rivets ect and just assemnled the workpeace. Could it be, that the swordsmith had only „Messer-parts with mounting-holes“ in stock? And as the costumer remarked his unpopuar whish for not having a Wehrnagel, the Craftsman just mounted the wheapon in accustomed manner, but grindet the overhanging metal down. And because of that, this particular Wehrnagel is so short, that it is’nt really one.
It is always an intellectual joy, gazing over the abbys of the centurys and catche a glimpse of the master’s work.

Data Sheet for ZEF-3-MS-4

Data Sheet for ZEF-3-MS-4 in english and german. A german "Langes Messer".

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Original der Woche 7 / Original of the week 7Mo, 17.02.2014

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Original der Woche 6 / Original of the week 6Fr, 14.02.2014


Das aktuelle Original der Woche ist wieder ein Messer.

Uns wurde es – wie auch in mancher Literatur zu finden – als „jagdliches langes Messer“ vorgestellt. Es handelt sich hierbei um einen begriff, der unserer Meinung nach für die angegebene Datierung unsicher ist. Explizite Gebrauchsmesser für die Jagds, welche sich an früheren Hiebmesser-Designs anlehnen und damit einen gewissen rustikalen Charme versprühen sollten, hat es unserer Meinugn nach erst im frühen Barock gegeben.
Die hier zus ehende schlichte, funktionale Form findet man auch außerhalb des jagdlichen Kontextes auf vielen Quellen der Zeit um 1500 und später, daher könnte man dieses Stück auch problemlos als „langes Messer“ führen. Für ein langes Messer der Fecht-Tradition ist allerdings wiederum der Griff zu kurz und erlaubt zu wenig Hebeltechniken
Auf jeden Fall die perfecte Waffe für jemanden, der das zuverlässiges funktionales Design höher schätzt als Dekoration.

The actual original of the week is again a knife.
To us it was presented – as to be found in some books – as a „hunting long knife“. In our opinion this specific term is not secured for the actual age determination. Kinive utilitys explicitly providid for hunting, orientated on a „medieval knife retro style“ are frist known for the early baroque period. Because of that we could characterize this weapon without problems as a „Langes Messer“, too. But on the other hand for a long Messer within the fencing tradition the grip is to shoprt and does’t allow the fencer to use leverage-techniques.
It’s simple and functional design can be found as well without any hunting context in many sources from the time around 1500 and later.
The perfect weapon for someone who prefers trusty working design over decoration.

Data Sheet ZEF-3-MS-3

Data Sheet for ZEF-3-M-3 in english and german. A "jagdliches langes Messer" from ca. 1500.

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